Aufzeichnung der Gumball-Rallye mit HDV-Camcordern HVR-Z1E
"Die HDV-Camcorder sind schon in vielen Situationen verwendet worden und haben gute Arbeit geleistet. Für die Gumball-Aufnahmen haben wir die Camcorder zunächst gemietet, doch wir haben inzwischen selbst einige [...] gekauft. Die Kameramänner waren an die Arbeit mit Camcordern des Typs DSR-PD150P gewöhnt, doch bereits nach einem halben Tag Training konnten sie problemlos mit den zusätzlichen Funktionen der neuen Modelle umgehen."
Zum siebten Mal fand in diesem Jahr eines der wohl spektakulärsten Straßenrennen der Welt statt. Bei der Gumball 3000-Rallye legen die Teilnehmer rund 4.800 km – entspricht 3.000 Meilen – zwischen London und Monaco zurück. Teilnehmer wie Caprice, Daryl Hannah und Jodie Kidd sorgten bei dem diesjährigen Event für Glamour. Während der gesamten Rallye war ein offizielles Team des britischen Produktionsunternehmens Zig Zag vor Ort. Unter dem Titel "The Rally" wird die Dokumentation dann im August als sechsteilige Serie auf dem Extreme Sports Channel ausgestrahlt.
Obwohl viele Teilnehmer mit schnellen Autos am Start erschienen, lautete das Gumball-Motto "kein Rennen, sondern eine Rallye". Es gab keinen Gewinner. Stattdessen wurde einem Team die "Spirit of the Gumball"-Trophäe verliehen. Dieses Jahr ging sie an zwei Frauen, die in einem Caterham 7 teilnahmen.Und sie hatten sich den Preis zweifelsohne verdient: jeden Tag fuhren sie zehn oder mehr Stunden in einem offenen Sportwagen. Am Start waren illustre Persönlichkeiten und verrückte Automobile zu sehen: ein Eiscreme-Wagen, der die gesamte Strecke mit 88 km/h zurücklegte, Caprice und Pepa(von Salt n’ Pepa)in einem Porsche, und Bez von den Happy Mondays in einem Scooby Doo-Mobil.
"Bei der Rallye kann jeder teilnehmen, sowohl Millionäre als auch Imbissbudenbesitzer", so Alex Stockley, Produktionsassistent bei Zig Zag."Da über 100 Teams an der Rallye teilnahmen,war unsere Arbeit nicht einfach–aber meiner Meinung nach haben wir sie trotzdem erfolgreich gemeistert."
Teamfahrzeuge und Hubschrauber
Die Aufnahmen wurden mit sieben HDV-Camcordern des Typs HVR-Z1E aus den drei Autos der Kamerateams sowie aus Fahrzeugen anderer Gumball-Teilnehmer gemacht. Vor Ort befanden sich darüber hinaus zwei Teams, die mit Digital Betacam arbeiteten, sowie ein Serienproduzent und Produktionsmanager. Außerdem wurden Aufnahmen mit einer Polecam und aus einem Hubschrauber angefertigt.
Im Rahmen der Gumball-Rallye verwendete Zig Zag zum ersten Mal in größerem Umfang HDV-Camcorder. "Die HDV-Camcorder sind schon in vielen Situationen verwendet worden und haben gute Arbeit geleistet. Für die Gumball-Aufnahmen haben wir die Camcorder zunächst gemietet, doch wir haben inzwischen selbst einige von [dem britischen Händler] Mitcorp gekauft", so Stockley. "Die Kameramänner waren an die Arbeit mit Camcordern des Typs DSR-PD150P gewöhnt, doch bereits nach einem halben Tag Training konnten sie problemlos mit den zusätzlichen Funktionen der neuen Modelle umgehen."
Am besten gefielen Stockley die frei belegbaren Tasten des Camcorders: "Hierbei kann einer bestimmten Taste eine bestimmte Funktion zugeordnet werden – beispielsweise ein bestimmter Brennpunkt. Wenn man aus einem Fahrzeug heraus Aufnahmen mit Autofokus anfertigt und dann eine bestimmte Brennweite einstellen möchte, muss man einfach auf die entsprechende Taste drücken – aufwändige Maßnahmen sind dazu nicht nötig."
"Auch die Tasten für Zebramuster und Kantenanhebung waren äußerst nützlich", fährt er fort. "Die Taste für Zebramuster weist auf überbelichtete Bereiche hin, und die Kantenanhebung ermöglicht ein bessere manuelle Fokussierung. Darüber hinaus wird die Blende verbessert – bei mehr Blendenstufen erhält man ein besser belichtetes Bild: auf Kompromisse müssen Sie sich also nicht einlassen. Von dem herausklappbaren Monitor bin ich total begeistert. Er kann einfach ganz ausgeklappt werden, was in engen Autos äußerst praktisch ist."
Versteckte Aufnahmen
Die Aufnahmen fanden aus Kostengründen im DVCAM- und nicht im HD-Format statt. Denn es gab laut Stockley bereits so viele Bänder. Momentan wird die Serie mit Avid bearbeitet. "Sobald unsere Schneideräume für HD gerüstet sind, werden wir zu HD wechseln", berichtet Stockley. "Die Qualität des Materials ist erstklassig – sehr viel besser als bei allen bisherigen Beiträgen."
Angesichts so vieler Kameras und zusätzlicher Beiträge, die von in den Autos installierten Mini DVs, wie beispielsweise der DCR-PC9, stand das Motto für die Aufnahmen außer Frage: weniger ist mehr. "Die Mitglieder des Teams, die sich in einem der Autos befanden, nahmen mehr auf Band auf", sagt Stockley. "Innerhalb von sechs Tagen habe ich selber 20 45-Minuten-Bänder aufgenommen, und wir erhalten immer noch weitere Beiträge von Gumball-Teilnehmern."
Die Autos des Teams waren normale Personenbeförderungsmittel und als solche nicht so spektakulär und rasant wie die der Teilnehmer. Dies gab dem Team jedoch die Möglichkeit dazu, sich vom Rennen abzugrenzen. In einigen Ländern liebt man die Rallye heiß und innig. In anderen jedoch, wie beispielsweise in Belgien, betrachtet man sie als gefährlich. "Unsere Autos verfügten über abnehmbare magnetische Markenzeichen, sodass wir nicht auffielen", erklärt Stockley.
Vorausschauend gedacht
Vor der Rallye erkundete Zig Zag die gesamte Fahrtstrecke, die an Prag, Wien, Budapest, Dubrovnik, Sizilien und Rom vorbeiführte, um sowohl die Orte als auch die Straßenzustände zu inspizieren. "Um einen logistischen Alptraum zu vermeiden, mussten wir uns entsprechend vorbereiten", so Stockley.
So befand sich das Team zum Beispiel gelegentlich vor den Teilnehmern der Rallye und filmte die vorbeifahrenden Autos, anstatt sie mit ihren normalen Personenfahrzeugen mühevoll zu verfolgen. "Es war unglaublich – wir waren ständig in unseren Autos und machten Aufnahmen, und das bei nur vier Stunden Schlaf pro Nacht", berichtet Stockley. "Es war alles sehr aufregend. In einer solchen Situation wird man entweder völlig entmutigt oder aber von der Begeisterung angesteckt. Drei Tage lang habe ich nichts anderes gebraucht als meine Kamera."
"Wir haben viele unvergessliche Momente erlebt: als wir in Ungarn von den gewundenen Straßen Budapests auf die brandneuen Autobahnen fuhren, oder als wir in Prag ankamen und von der Polizei angehalten wurden – die aber letztendlich nur Gumball-Sticker wollte. In Wien wurden wir von 20.000 Menschen auf der Straße begrüßt. Der letzte Tag erschien uns fast wie ein Traum – wir kamen am Tag des Grand Prix von Monaco an und hörten die F1-Autos von unserer Gumball-Yacht im Hafen aus. Nach einem solchen Erlebnis konnte uns nichts mehr überraschen."